Feder und Pinsel

Welche Zeicheninstrumente gibt es, wodurch unterscheiden sie sich und wo liegen ihre jeweiligen Stärken?

Rohrfeder

Zeicheninstrumente wie Feder und Pinsel nehmen flüssige Farben auf, um sie anschließend auf das Papier abzugeben. Zu den ältesten Werkzeugen dieser Art gehören Rohrfedern aus Bambus oder Schilfrohr, die mit ihrem schrägen Anschnitt schroffe Striche erzeugen.

Kielfeder

Etwa im 6. Jahrhundert wurden sie durch schräg zugeschnittene, gespaltene Kielfedern von Gänsen, Schwänen und anderen Tieren abgelöst. Diese sind biegsamer und erzeugen weichere, elastischere Linien. Außerdem kann durch den von der Hand ausgeübten Druck die Stärke des Strichs variiert werden.

Metallfeder

Erst im 19. Jahrhundert entstand die stabilere Metallfeder, die auch heute noch – zum Beispiel am mittlerweile mit Tintenspeicher aufgerüsteten Füllfederhalter – verbreitet ist.

Eine Abbildung Honorè Daumiers Zeichnung Don Quijote und Sancho Pansa aus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.
Honorè Daumier: Don Quijote und Sancho Pansa

Pinsel

Weit variabler in der Linienerzeugung ist der Pinsel. Sein Übertragungsmittel sind Tierhaare, die in einer Halterung zusammengefasst und an einem handlichen Stiel befestigt werden. Je nach Beschaffenheit (von dünnem Zobelhaar bis zu dicken Schweineborsten), Stärke und Form der Pinselspitze (spitz, flach oder gerundet) und Aufnahmemenge des Farbmittels variiert das Strichbild von feinsten Linien zu großflächigen Lavierungen.

Eine Abbildung der Zeichnung Blick in ein Mausoleum aus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Der Künstler Charles-Michel-Ange Challe schuf diese nach 1764.
Charles-Michel-Ange Challe: Blick in ein Mausoleum, nach 1764